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Finn Adler

Katajjaq - Kehlkopfgesang der Inuit

Eine Inuit Tradition

Katajjaq​

In den unberührten Weiten der Arktis, wo das Eis den Rhythmus des Lebens bestimmt und die Stille eine eigene Sprache spricht, begegnen wir einer der faszinierendsten musikalischen Ausdrucksformen der Welt: dem Katajjaq, dem traditionellen Kehlkopfgesang der Inuit. Als jemand, der die rauen Schönheiten und die tiefen Weisheiten der arktischen Wildnis erkundet, finde ich im Katajjaq einen echten Ausdruck der Verbindung zwischen Mensch und Natur, der tiefen kulturellen Wurzeln und des Gemeinschaftsgeistes der Inuit.

Wichtig: Der Grönländische Name für Katajjag ist Torlorsorneq

Wie funktioniert es

Katajjaq​ - Wissenswertes im Überblick

Kehlkopfgesang der Inuit, bekannt unter Bezeichnungen wie Katajjaq (in der östlichen Arktis), Pirkusirtuk (in der westlichen Arktis) oder Nipaquhiit (in Grönland), ist eine tiefgründige und faszinierende traditionelle Kunstform, die vor allem von den Frauen der Inuit-Gemeinschaften praktiziert wird. Hier sind die wichtigsten Fakten zu dieser einzigartigen musikalischen Ausdrucksweise:

  • Herkunft: Der Kehlkopfgesang der Inuit stammt aus der arktischen Region Kanadas, Alaska, Grönland und Sibirien und ist ein integraler Bestandteil der Inuit-Kultur.

  • Durchführung: Der Gesang wird typischerweise von zwei Personen ausgeführt, die sich gegenüberstehen und eine Reihe von rhythmischen, oft an die Natur erinnernden Klängen und Lauten erzeugen. Die Sängerinnen wechseln sich mit schnellen, rhythmischen Atemzügen ab, wobei eine die Führung übernimmt und die andere die Töne wiederholt oder ergänzt.

  • Ziele und Funktionen: Ursprünglich war der Kehlkopfgesang eine Form der Unterhaltung unter Frauen, wenn die Männer auf der Jagd waren. Er diente auch als Wettbewerb, bei dem diejenige, die zuerst lacht oder den Atem verliert, verliert.

  • Klänge und Imitationen: Die erzeugten Klänge ahmen häufig die Geräusche der Natur nach, wie das Rauschen des Windes, das Gurgeln von Wasser, das Knacken von Eis oder die Rufe von Tieren. Diese Imitationen spiegeln die tiefe Verbundenheit der Inuit mit ihrer Umwelt wider.

  • Überlieferung und Lernen: Der Kehlkopfgesang wird traditionell von Generation zu Generation weitergegeben, wobei ältere Frauen die jüngeren in der Kunst unterweisen. Er ist ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität und des Erbes der Inuit.

  • Anerkennung und Erhalt: In den letzten Jahrzehnten hat der Kehlkopfgesang eine Renaissance erlebt und wird heute weltweit bei kulturellen Veranstaltungen und Festivals präsentiert. Er ist ein Symbol des Stolzes und der kulturellen Vielfalt der Inuit und unterstreicht die Bedeutung der Bewahrung und Förderung indigener Kulturen.

Diese Kunstform ist nicht nur ein faszinierender musikalischer Ausdruck, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der kulturellen Resilienz und des reichen Erbes der Inuit.

Wissenswertes

Mongolischer Kehlkopfgesang - Der Unterschied zu Katajjaq​

Der Kehlkopfgesang der Inuit und der mongolische Kehlkopfgesang, auch bekannt als Obertongesang oder „Khoomei“, weisen trotz ihrer oberflächlichen Ähnlichkeiten in der Nutzung der Kehle und des Atems für musikalische Zwecke einige grundlegende Unterschiede auf. Hier sind die wichtigsten Unterschiede zwischen diesen beiden einzigartigen Gesangsformen:

  1. Herkunft und Kulturkreis:

    • Der Kehlkopfgesang der Inuit stammt aus den arktischen Regionen Nordamerikas und Grönlands und ist fest in der Kultur der Inuit verankert.
    • Der mongolische Kehlkopfgesang kommt aus Zentralasien, insbesondere aus der Mongolei und Tuwa in Sibirien, und spiegelt die nomadische Lebensweise und die Naturverbundenheit dieser Kulturen wider.
  2. Technik und Ausführung:

    • Der Inuit-Kehlkopfgesang wird meist in einem Duett zwischen zwei Personen, vornehmlich Frauen, praktiziert, die sich gegenüberstehen und durch abwechselnde Atemzüge rhythmische Muster erzeugen.
    • Der mongolische Kehlkopfgesang hingegen ist eine Solo-Performance, bei der der Sänger gleichzeitig einen tiefen Grundton und darüberliegende Obertöne, die verschiedene Klänge der Natur imitieren, erzeugt.
  3. Klang und Ziel:

    • Beim Inuit-Kehlkopfgesang entstehen die Klänge durch schnelles Atmen und das Schlagen der Luftströme gegeneinander, was zu einem rhythmischen und spielerischen Austausch führt, der oft in einem Wettstreit endet.
    • Im mongolischen Kehlkopfgesang verwendet der Sänger spezielle Techniken, um die Obertöne seiner Stimme zu verstärken, was zu einem mehrschichtigen Klang führt, der gleichzeitig tief und melodiös ist.
  4. Imitation und Thematik:

    • In beiden Traditionen werden Naturklänge imitiert, aber der Inuit-Kehlkopfgesang neigt dazu, sich auf direkte Geräuschnachahmungen wie Vögel, Wind oder Wasser zu konzentrieren.
    • Der mongolische Kehlkopfgesang hingegen betont die harmonische Verbindung zwischen Mensch und Natur durch das Erzeugen von Tönen, die an das Wiehern von Pferden, das Fließen von Flüssen oder den Wind in den Steppen erinnern.
  5. Soziale und kulturelle Funktion:

    • Der Kehlkopfgesang der Inuit diente traditionell als Unterhaltung und sozialer Zeitvertreib, vor allem unter Frauen.
    • Der mongolische Kehlkopfgesang ist tief in der spirituellen und sozialen Praxis verankert, oft verbunden mit der Ehrung der Natur oder schamanistischen Ritualen.

Beide Formen des Kehlkopfgesangs sind beeindruckende Beispiele für die Vielfalt menschlicher musikalischer Ausdrucksformen und die Fähigkeit, die Stimme auf einzigartige Weise zu nutzen, um Kultur, Tradition und die Verbindung zur Natur zum Ausdruck zu bringen.

Keine Band aus Deutschlland kann das

Katajjaq Video - Eine besondere Tradition

Tauchen Sie ein in die magische Welt des Katajjaq, der traditionellen Kunst des Kehlkopfgesangs der Inuit. Begleiten Sie Kiah Hachey und Karen Flaherty, zwei junge Inuit-Frauen aus Nunavut im Norden Kanadas, auf ihrer fesselnden Reise. In ihrem Duett bringen sie die Klänge der Natur zum Leben – vom Heulen des Windes über das Knistern des Eises bis hin zu den Stimmen des Meeres und der Vögel. Lassen Sie sich von dieser einzigartigen musikalischen Darbietung verzaubern, die eine tiefe Verbindung zur arktischen Landschaft und ihren Elementen herstellt.

Katajjacoustic - Traditional Throat Singing of the Inuit

Kiah Hachey and Karen Flaherty are two young Inuit women from Nunavut in Northern Canada. Their magic is the female traditional art of katajjaq. Mostly performed as a duet, this form of throat singing...

FAQ: Du hast Fragen zu Grönland?

Kehlkopfgesang ist eine besondere Gesangstechnik, bei der durch gezielte Modulation des Kehlkopfs und des Atemstroms gleichzeitig mehrere Töne erzeugt werden. Dabei entsteht ein Grundton, über dem harmonische Obertöne schwingen. Diese Technik wird in verschiedenen Kulturen weltweit praktiziert, darunter bei den Inuit in der Arktis und in Zentralasien, insbesondere in der Mongolei und in Tuwa.

Das Erlernen des Kehlkopfgesangs erfordert Praxis, Geduld und oft auch eine direkte Überlieferung von Lehrern, die in dieser Kunstform erfahren sind. Anfänger beginnen üblicherweise mit Atem- und Stimmübungen, um die Kontrolle über ihre Kehlkopfmuskulatur zu verbessern. Es geht darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie man den Grundton hält und gleichzeitig mit speziellen Techniken die Obertöne moduliert. Viele Künstler empfehlen, Naturgeräusche oder Aufnahmen von erfahrenen Sängern nachzuahmen, um ein besseres Verständnis und Gefühl für die erforderlichen Klangmuster zu entwickeln.

Der spirituelle und kulturelle Wert des Kehlkopfgesangs variiert je nach Tradition und Gemeinschaft. Im mongolischen Kehlkopfgesang spiegelt sich die tiefe Verbundenheit mit der Natur und dem Kosmos wider, oft verbunden mit schamanistischen Praktiken und dem Glauben an die harmonische Existenz von Mensch und Natur. Der Inuit-Kehlkopfgesang hingegen diente traditionell als sozialer Zeitvertreib und kommunikatives Element, das die Gemeinschaft stärkt und die lange Wintermonate auflockert. In beiden Kulturen ist der Kehlkopfgesang Ausdruck von Identität und Respekt gegenüber der Umwelt.